Zwei Tage arbeiten bis zum Umfallen

von Karl-Rainer Broch

Foto Uli Preuss

NUR 48 STUNDEN Mit 100 Künstlern aus ganz Deutschland gab es im Südpark Kunst am laufenden Band.

Von Karl-Rainer Broch

Müde von zwei durchwachten Nächten, aber glücklich wegen der geradezu überschäumenden Begeisterung der vielen Besucher, beendete die Solinger Künstlerkolonie in den Güterhallen gestern Nachmittag die „Nur 48 Stunden“-Nonstop-Aktion, die von Freitagnachmittag 16 Uhr bis gestern 16 Uhr Tag und Nacht rund 100 Künstler aus ganz Deutschland auf den Beinen hielt.

Nur ab und zu zogen sich die gastgebenden Güterhallen-Künstler zwischendurch zu einem kleinen Erholungsschläfchen zurück, um dann mit neuem Elan die vielen Programmpunkte – eine gelungene Mischung aus Beispielen bildender Kunst, Performance und Live-Musik – wieder anzugehen. Regis Noël, der bereits in der ersten Nacht zehn Frauen porträtiert hatte, war noch nicht im Bett gewesen: „Ich habe mich mit Malen und den Unterhaltungen mit den Gästen wach gehalten.“ Er war überrascht, wie viele Frauen Mut bewiesen, als sie in dem Atelier das Aktmodell sahen, das das Stillleben des Wuppertaler Malers Peter Kern „garnierte“, und sich dann selbst hinter einer Milchglasscheibe diskret nackt malen ließen.Malen vor Zuschauern erhält eine eigene Dynamik

Für Peter Kern war es eine neue Erfahrung, ein Stillleben in der Größe von 1,60 mal 2 Metern in Öl vor Publikum zu erstellen: „Das Malen erhält dadurch eine eigene Dynamik und ist motivierend. Zu den vielen Kommentaren gebe ich auch meinen Senf dazu.“