Ausstellungen zu Plagiaten : ST 23.04.2010

Von Dr Jan Crummenerl

Die Gruppe "malArt" zum Thema Plagiat. Foto: C. Beier

Der Mann denkt. Das Kinn in die Hand gestützt. Aber das, was er so denkt, ersinnt und erfindet, wird ihm gestohlen. Eine Hand greift in seinen aufgeklappten Kopf und bedient sich hemmungslos an den dort symbolisch für die Ideen dargestellten Markennamen. Malerin Roswitha Hermenns, Mitglied der Gruppe „malArt“, stellt auf diese Weise den Diebstahl von geistigem Eigentum und das Plagiieren dar. „Geistiges Eigentum“ heißt auch die Ausstellung der Gruppe „mal-Art“. Die rund ein Dutzend Mitglieder, die sich wöchentlich im Atelier von Régis Noël in den Güterhallen zu Arbeit und Austausch treffen, haben zu diesem Thema Werke geschaffen. Anlass ist der Tag des geistigen Eigentums - und damit natürlich die direkte Nähe zum Plagiarius-Museum in den Güterhallen. Das Thema Kunst und Plagiat ist zudem spannend. „Ist es schon ein Plagiat, wenn ich mich in meinem Schaffen von einem anderen Künstler inspirieren lasse?“, fragt Régis Noël, der die Gruppe „malArt“ betreut. „Als Künstler bewegt man sich ja unvermeidlich im jeweiligen Zeitgeist.“ Aber zwischen Sich-inspirieren-lassen und Abkupfern gibt es doch einen wesentlichen Unterschied. Die Ausstellung wird am 25. April, 12 bis 17 Uhr, im Atelier von Régis Noël in den Güterhallen eröffnet und ist bis zum 2. Mai dort zu sehen. crm